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Tipps und Tricks im Umgang mit Medien und Datenschutz

Vorratsdatenspeicherung

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Was ist Vorratsdatenspeicherung (VDS)?
Zerpflücken wir mal das lange Wort: Vorrat – Daten – Speicherung. Es geht also darum, dass Daten auf Vorrat gespeichert werden. Das heißt, sie werden jetzt gerade noch nicht benötigt, aber vorsichtshalber aufbewahrt – man weiß ja nie, wofür sie mal gut sein können. Manche Politiker.innen sagen, Daten auf Vorrat zu speichern würde helfen, Verbrechen aufzuklären. Es gibt in Deutschland ein Gesetz, das unter anderem Telefonanbieter zur Speicherung verpflichtet. Das Problem: Dabei werden auch die Daten von Menschen gespeichert, die gar nichts Schlimmes tun wollen.

Welche Daten werden gespeichert?
Genau genommen handelt es sich dabei um die Speicherung von Daten, die bei der elektronischen Nachrichtenübertragung von Telekommunikations-Diensten gesammelt werden, also zum Beispiel von deinem Mobilfunkanbieter (Telekom, Vodafone, …). Auf deren Servern wird unter anderem gespeichert, wann du eine Nachricht verschickt hast, wie lange du telefoniert hast, welche Nummer du angerufen hast, von wem du angerufen worden bist, wie lange das Gespräch gedauert hat, an welchem Ort du während des Telefonats gerade warst und wann du das Internet genutzt hast. Somit kann ziemlich genau nachvollzogen werden, wen du kennst und ein Bewegungsprofil erstellt werden. Diese Informationen verraten auch, welche Interessen oder Hobbys du hast, und lassen noch viel mehr Rückschlüsse auf deine Persönlichkeit zu.

Wer hat Zugriff auf diese Daten?
• Natürlich die Telekommunikations-Anbieter. Problem: Diese haben schon immer diverse Verbindungsdaten kurzfristig gespeichert, aber je länger sie speichern (müssen), desto genauer kann ein Profil über dich werden.
• Die Polizei, Geheimdienste und die Regierung. Problem: Sobald der Verdacht besteht, dass du beispielsweise in Verbindung zu einer Straftat stehst, können diese Daten über dich angefordert werden. Das Schwierige an der Sache: Vielleicht warst du nur zufällig in der Nähe, wenn jemand eine Straftat begeht und du gerätst womöglich in das Visier der Ermittler. Eigentlich ist es die Aufgabe der Justiz (z.B. Anwälte), zu beweisen, dass du schuldig bist, aber nun musst du vielleicht selbst beweisen, dass du unschuldig bist. Solange du deine Unschuld nicht beweisen kannst, bleibst du unter Verdacht.
• Ein weiteres Problem: Diese Daten sind sehr wertvoll und daher auch für kriminelle Hacker sehr interessant. Es besteht also die Möglichkeit, dass Fremde an diese Daten herankommen und das ist auch in der Vergangenheit schon passiert.

Schlimm genug…
aber was ist außerdem schlecht daran?
• Zunächst: Vorratsdatenspeicherung
ist ein massiver Eingriff in die Privatsphäre! Es geht niemanden etwas an, wann du dich wo aufhältst und wer deine Freunde sind. Du solltest selber entscheiden können, welche Informationen du preisgibst.
• In manchen Berufen ist es wichtig geheim zu bleiben, zum Beispiel im Journalismus. Journalist.innen versuchen, an noch unveröffentlichte Neuigkeiten zu kommen und müssen dafür viel recherchieren. Wenn die Kommunikationsdaten mit anderen gespeichert werden, dann könnten geheime Informant.innen nicht mehr geheim bleiben. Dann steht nicht nur der Job, sondern auch die Sicherheit der Journalist.innen und auch der Informant.innen auf dem Spiel, insbesondere, wenn es sich um Kritik am Staat oder zum Beispiel an den Geheimdiensten handelt, die diese Daten selbst in die Hände bekommen. Das schadet der Demokratie.

Wie du deine Daten schützen kannst kannst und weitere Informationen: https://digitalcourage.de/blog/2017/vorratsdatenspeicherung-ab-1-juli-2017-was-tun

Weitere Infos zu Datenschutz findest du hier.

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Bild: CC0 Public Domain (»Creative Commons)

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