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Tipps und Tricks im Umgang mit Medien und Datenschutz

Vorratsdatenspeicherung

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Was ist Vorratsdatenspeicherung (VDS)?

Zerpflücken wir mal das lange Wort: Vorrat – Daten – Speicherung. Es geht also darum, dass Daten auf Vorrat gespeichert werden. Das heißt sie werden jetzt gerade noch nicht benötigt, aber vorsichtshalber aufbewahrt – man weiß ja nie, wofür sie mal gut sein können. Die Vorratsdatenspeicherung tritt am 1. Juli 2017 in Kraft.

Welche Daten werden gespeichert?

Genau genommen handelt es sich dabei um die Speicherung von Daten, die bei der elektronischen Nachrichtenübertragung von Telekommunikations-Diensten gesammelt werden, also z.B. von deinem Mobilfunkanbieter (Telekom, Vodafone, …). Auf deren Servern wird unter anderem gespeichert, wann du eine Nachricht verschickt hast, wie lange du telefoniert hast, welche Nummer du angerufen hast, von wem du angerufen worden bist, wie lange das Gespräch gedauert hat, an welchem Ort du während des Telefonats gerade warst (es wird erkannt, welchen Funkmast du genutzt hast) und wann du das Internet genutzt hast. Somit kann ziemlich genau nachvollzogen werden, mit welchen Personen du Kontakt hast und an welchen Orten du dich zu welcher Uhrzeit aufhältst (Bewegungsprofil). Diese Informationen geben auch Aufschluss darüber, welche Interessen oder Hobbys du hast und lassen noch viel mehr Rückschlüsse über deine Persönlichkeit zu.

Wer hat Zugriff auf diese Daten?

  • Natürlich die Telekommunikations-Anbieter. Problem: Diese haben schon immer diverse Verbindungsdaten kurzfristig gespeichert, aber jetzt kann ein noch viel genaueres Profil über dich erstellt werden.
  • Die Polizei, Geheimdienste und die Regierung. Problem: Sobald der Verdacht besteht, dass du beispielsweise in Verbindung zu einer Straftat stehst, können diese Daten über dich angefordert werden. Das schwierige an der Sache: Angenommen du bist zufällig in der Nähe, wenn jemand eine Straftat begeht (das muss ja nicht gleich ein Mord sein, sondern ein kleinerer Delikt), dann gerätst du womöglich in das Visier der Ermittler. Eigentlich ist es die Aufgabe der Justiz zu beweisen, dass du schuldig bist, aber nun musst du selbst beweisen, dass du unschuldig bist. Solange du deine Unschuld nicht beweisen kannst, bleibst du unter Verdacht.
  • Ein weiteres Problem: Diese Daten sind sehr wertvoll und daher auch für Hacker sehr interessant. Die Hacker könnten aus anderen Unternehmen innerhalb des Landes, aber auch von Spionen aus anderen Ländern stammen. Es besteht also die Möglichkeit, dass Fremde an diese Daten rankommen und das ist auch in der Vergangenheit schon passiert.

Schlimm genug…aber was ist außerdem schlecht daran?

  • Zunächst: Vorratsdatenspeicherung ist ein massiver Eingriff in die Privatsphäre!
  • In manchen Berufen ist es wichtig geheim zu bleiben, z.B. im Journalismus. Journalisten versuchen an noch unveröffentlichte Neuigkeiten zu kommen und müssen dafür viel recherchieren. Wenn die besagten Daten über ihre Kommunikation mit anderen gespeichert werden, dann könnten geheime Informanten nicht mehr geheim bleiben. Dann steht nicht nur der Job, sondern auch die Sicherheit des Journalisten und auch des Informanten auf dem Spiel.

Wie du deine Daten schützen kannst kannst und weitere Informationen: https://digitalcourage.de/blog/2017/vorratsdatenspeicherung-ab-1-juli-2017-was-tun

Weitere Infos zu Datenschutz findest du hier.

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Bild: CC0 Public Domain (»Creative Commons)

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