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Tipps und Tricks im Umgang mit Medien und Datenschutz

Datenschutz

  1. Was sind private Daten?
  2. Wieso sind meine Daten Privatsache?
  3. Wer sammelt meine Daten?
  4. Na und? Ich habe doch nichts zu verbergen!
  5. Welche Daten sollte ich besonders schützen?

 

1. Was sind private Daten?

Daten sind in erster Linie Informationen, egal worüber. Private Daten hingegen sind Informationen, die deine Person betreffen, also Informationen, wie z.B. dein Name, deine Größe, dein Gewicht oder dein Geburtsdatum, mit denen man dich klar zuordnen/erkennen kann (personenbezogene Daten). Aber auch Informationen über deine Interessen, deine politische Meinung und deine Gedanken sind private Informationen.

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2. Wieso sind meine Daten Privatsache?

Daten sind Informationen und jeder Mensch hat das Recht selbst zu bestimmen, was mit den Informationen über die eigene Person (personenbezogene Daten) passiert. Das steht so im Gesetz.

Unter den Begriff Datenschutz fallen viele verschiedene Formen:

  • Schutz des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung: Bedeutet, dass du selbst bestimmen kannst, wer Informationen über dich erhält und welche Informationen das sind.
  • Schutz vor Datenmissbrauch: Das heißt, dass deine Daten nicht anders genutzt werden dürfen als von dir gewünscht und nur von denen, die deine Daten verwenden dürfen.
  • Schutz des Persönlichkeitsrechts bei der Datenverarbeitung: Deine Persönlichkeit darf durch die Nutzung von Daten/Information nicht beeinträchtigt werden. Es ist z.B. nicht erlaubt, dass deine Ehre durch Beleidigungen beeinträchtigt wird, dein Name durch Fake-Profile „beschmutzt“ wird oder unerlaubt Fotos von dir verbreitet werden (»Recht am eigenen Bild).
  • Schutz der Privatsphäre: Es ist dein Recht, dass nicht jeder immer wissen muss, was du tust oder denkst. Genauso ist es dein Recht deine Meinung frei zu äußern, ohne dass du Angst davor haben musst für deine Meinung bestraft zu werden. Außerdem ist es dein Recht dich frei bewegen und handeln zu können, ohne dass andere deine Taten verfolgen oder beobachten.

Datenschutz ist wichtig! Es sollte gar nicht nötig sein zu erklären, wieso Datenschutz wichtig ist, sondern eine Selbstverständlichkeit. Es fragt auch niemand nach, wieso es wichtig ist die Natur zu schützen…so sollte es mit privaten Daten auch sein.

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3. Wer sammelt meine Daten?

Gerade beim Surfen im Internet gibst du für gewöhnlich sehr viele Daten von dir preis, deshalb musst du auch dort sehr genau aufpassen, welche Daten du angibst und was mit deinen Daten passiert. Dass Kriminelle, z.B. pädophile Straftäter (»Pädophilie) oder Hacker, und auch Drittanbieter an deine Daten interessiert sind, erklärt sich von selbst, aber es liegt in deiner Verantwortung, welche Daten du überhaupt zu Verfügung stellst.

Übersicht über Datensammler [1]

  • Im Internet: Soziale Netzwerke, Betriebssysteme, Suchmaschinen, Cookies, Online-Shops, Smartphones/Tablets, Apps, Clouds, Streaming-Dienste, …
  • Mit Hilfe des Internets: Kundenkarten, Kreditkarten, Gesundheitskarten, Video-Überwachung, Navigationsgeräte, Flugdaten, vernetztes Spielzeug, …
  • Internet der Dinge: Smart Home, Fitnessarmbänder, Smarte Autos, Kleidung, Fernseher, …

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4. Na und? Ich habe doch nichts zu verbergen!

  • Der Schutz deiner Daten ist ein Menschenrecht!
    In der Vergangenheit haben immer wieder viele Menschen für die Rechte der Menschen in der Bevölkerung gekämpft und der Schutz deiner Privatsphäre gehört dazu. Durch die Verbreitung deiner persönlichen Daten gibst du dieses Recht freiwillig auf! Im Bus oder in der Straßenbahn magst du es schließlich auch nicht, wenn dir Fremde zu nahe kommen, aber das tun sie genauso, wenn sie auf verschiedenen Wegen private Informationen über dich sammeln.
  • Andere entscheiden, ob du etwas zu verbergen hast!
    Du weißt nicht, ob du etwas zu verbergen hast, denn jede noch so harmlose Information über dich könnte gegen dich verwendet werden, um dir zu schaden. Beispiele:
    – Du veröffentlichst vielleicht ein Foto von dir, das du sehr schön findest, aber andere finden dieses nicht so schön und machen sich lustig darüber.
    – Oder wenn du z.B. deine homosexuelle Orientierung preisgibst, wozu du stehst und was für dich kein Geheimnis ist, kann es trotzdem sein, dass andere damit nicht klar kommen und du zu einer Zielscheibe für Beleidigungen oder Schlimmeren wirst.
    – Außerdem können Informationen über dich, wie z.B. Hobbys, politische Ansichten, sexuelle Orientierung oder Menschen mit denen du tun hast an einem Tag harmlos sein und am nächsten nicht mehr. Wenn du plötzlich über zwei oder drei Ecken mit einer Person befreundet bist, die ein Verbrechen begangen hat, auch wenn du selber nichts davon weißt, dann kann die Polizei auf dich aufmerksam werden.
  • Man hat nicht immer böse Absichten!
    Ein Klick ist schnell gemacht, eine Nachricht schnell verschickt, ein Link schnell geteilt oder geliked. Du kannst dich bestimmt nicht mehr daran erinnern, was du in den letzten Tagen ganz genau geliked, kommentiert oder verschickt hast und weißt auch nicht, was du damit vielleicht ausgelöst haben könntest. Du hast dich jedenfalls an Prozessen beteiligt bei denen auch andere Menschen beteiligt waren und kannst dir nicht sicher sein, welche Wirkung und welchen Einfluss dein Handeln hat.
  • Deine Daten bleiben trotz Privatsphäre-Einstellungen nicht privat!
    Viele Informationen würdest du nur mit der Familie und Freunden teilen und in Sozialen Netzwerken, wie z.B. bei Facebook, stellst du deshalb ein, dass nur Freunde deine Inhalte sehen können. Aber die Anbieter dieser Seiten sehen deine Daten auch, weil alle deine Daten auf Servern gespeichert werden!
  • Du hast keinen Überblick über die Verbreitung deiner Daten!
    Du weißt nicht genau, an wen deine persönlichen Daten weitergegeben werden, aber es ist dein Recht, dass du selbst darüber bestimmen darfst, wer welche Informationen über dich bekommt. Oft werden deine Daten an Drittanbieter weiter gegeben und das steht auch in den AGB der Dienste, die du nutzt, aber du weißt nicht an welche Drittanbieter genau und was diese dann mit deinen Daten machen.
  • Die Polizei wertet private Daten aus!
    Strafverfolgungsbehörden, wie z.B. die Polizei, können bei verschiedenen Anbietern Einsicht in deine Daten verlangen und dies tun sie auch, selbst wenn du dich nicht strafbar gemacht hast. Facebook gab z.B. bekannt, dass in Deutschland in dem Zeitraum von Januar bis Juni 2016 insgesamt 4599 Nutzerprofile zur Einsicht an die Regierung übergeben worden sind und jedes Mal ein begründeter Verdacht vorlag, dass die Person eine Straftat begangen hat [2]. Es gibt deshalb keine harmlosen Informationen, denn auch die Tatsache, dass du dir ein Eis in einem bestimmten Laden gekauft hast, könnte dazu führen, dass du in den Kreis der Verdächtigen rückst, wenn in der Nähe dieses Ladens ein Verbrechen stattgefunden hat. Das gilt auch für die Auswertung von Überwachungskameras, die an den meisten öffentlichen Orten hängen.
  • Unternehmen verdienen Geld mit deinen Daten!
    Private Daten sind für Unternehmen Gold wert. Gerade, wenn du kostenlose Dienste nutzt, wie z.B. Soziale Netzwerke, dann sind diese meistens nicht wirklich kostenfrei, sondern du bezahlst mit den Daten, die du hinterlässt. Dir kommt also nur so vor, als wären die Dienste kostenfrei, aber das Bezahlsystem hast sich nur geändert.
  • Deine Persönlichkeit wird analysiert!
    Du machst dich manipulierbar! Wenn du angibst, was dir gefällt (Beiträge, Filme, Produkte, …), kann ganz einfach eine Persönlichkeitsanalyse von dir erstellt werden. Dadurch bekommst du z.B. Werbung angezeigt, die genau auf deine Interessen zugeschnitten ist. Vielleicht freust du dich darüber, aber eigentlich wurdest du in dem Moment nur manipuliert, um mehr Geld auszugeben.
  • Die Entwicklung deiner Persönlichkeit wird manipuliert!
    Wenn du z.B. immer die Werbung angezeigt bekommst, die dir auf jeden Fall gefällt, wie sollst du denn dann etwas Neues kennenlernen? Womöglich kaufst du die angezeigten Produkte und das bestätigt wieder dein Interesse daran. Ein bestimmtes Bild über dich wird immer fester gestrickt und beeinflusst deine Entwicklung. Du wirst sozusagen gezwungen dich so zu verhalten, wie man es von dir gewohnt ist.
  • Die Analyse deiner Person kann gegen dich verwendet werden!
    Ein Beispiel: Anhand deines Surf- und Kaufverhaltens kann eingeschätzt werden, wie viel Geld du hast. Und auch andere Informationen, z.B. welches Gerät du zum Surfen nutzt, kann etwas über deine finanzielle Lage aussagen, denn Apple-Geräte sind z.B. meistens teurer als alle anderen Marken. So kann es beispielsweise passieren, dass dir für ein und dasselbe Produkt (z.B. für eine Reise) ein teurerer Preis angezeigt wird, wenn du mit einem Apple-Gerät surfst. Denn es wird davon ausgegangen, dass du mehr Geld hast. Anderes Beispiel: Vielleicht recherchierst du über eine bestimmte Krankheit oder vertraust jemanden an, dass du selber krank bist. Wenn deine Krankenversicherung an diese Information kommt, kann es sein, dass deine Eltern höhere Versicherungsbeiträge für dich zahlen müssen. Also: Du hast ganz viel zu verbergen!
  • Deine Daten können Kriminellen in die Hände fallen!
    Wenn du beispielsweise irgendwo schreibst, dass du jetzt im Urlaub bist oder dich mit deinem Standort am Urlaubsort verlinkst, dann teilst du auch vielen Fremden mit, dass bei dir gerade niemand Zuhause ist und lockst somit womöglich Einbrecher an. Aber auch andere Kriminelle, wie Hacker, sind an deinen Daten interessiert, weil sie diese weiterverkaufen können. Denn wie schon gesagt: Private Daten sind viel Geld wert.

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5. Welche Daten sollte ich besonders schützen?

Du solltest grundsätzlich so wenige Daten wie möglich von dir preisgeben, aber es gibt ein paar Informationen, die dir, gerade als Kind, wirklich gefährlich werden könnten, wenn sie an Fremde gelangen:

  • Vor- und Nachname
  • Vollständiges Geburtsdatum
  • Namen von deinen Eltern und Freunden
  • Handynummer
  • Adresse
  • E-Mail-Adresse
  • Fotos/Videos von dir und Freunden
  • Name deiner Schule
  • Standorte, wo du dich aufhältst
  • Kontodaten

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[1] Petra Geimm (2016): Brauchen wir ein Werte-Navi? In: Grundrechte im digitalen Raum – Ein Thema für den Jugendschutz. Stuttgart: ajs Landesarbeitsstelle Baden-Württemberg, S.23.
[2] Bericht über Regierungsanfragen (Facebook)

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